

Linke Positionen finde ich jetzt nicht wirklich ein Kriterium für die Philosophen-Definition.
Aber ja, die Frage kommt immer wieder auf. Schließlich hatte Precht ja nur in einem Nebenfach Philosophie und seine Dissertation schrieb er in den Literaturwissenschaften. Aber Philosophie ist zu breit, um es daran festzumachen. Es gibt Stimmen, die Franz Kafka als Philosophen sehen, während andere häufig auch eher Soziologen oder Philologen sind.
Was Precht so ein wenig “Nicht-philosophisch” wirken lässt, ist dass er halt letztlich auch nur eine Meinung zu aktuellen gesellschaftlichen Themen hat. Das kann eine gute oder schlechte Meinung, aber ich habe noch nie gehört, dass er Welterklärungsversuche mittels einer etablierten Systematik wie von einem Kant oder Hegel oder Adorno zu erzeugen versucht; wie es beispielsweise Zizek zumindest manchmal tut. Das hat natürlich auch Gründe, weil er ja meinstens vor der Fernsehkamera sitzt und da nicht erstmal 1000 Seiten kritische Theorie im Vorwort auspacken kann, aber es wirkt am Ende für mich eher wie ein Typ der halt Meinungen hat als wie Philosophie. Vielleicht ist es in seinen Büchern auch etwas anders, habe sie nicht gelesen.




Diese Woche endlich mal ein Vorstellungsgespräch. Mal abwarten, bin jetzt schon irritiert. Habe mich in einer IT-Behörde beworben und in der Mail zur Einladung zum Gespräch hatten sie mich aufgefordert, dass ich ihnen zuvor meinen Personalausweis maile. Das war entweder ein ziemlicher frecher Shittest oder der Brainrot in der heutigen Arbeitswelt ist noch weitaus ausgeprägter als ich bisher angenommen habe.